Projekt "Start up - Wohnen lernen"
ambulantes Angebot der Flexiblen Erzieherischen Hilfen
zur Verselbständigung für junge Erwachsene
Leitgedanken des Projektes -
das Leitbild von DiFa e.V. ".
Wir setzen uns ... dafür ein, dass Menschen
Entwicklungsmöglichkeiten erhalten, um eigene Fähigkeiten zu
entdecken bzw. zu entwickeln und somit sich selbst zu verwirklichen... In einer
Gemeinschaft kann sinnvoll nur leben, wer in sie integriert ist. Integration
ist aber nicht selbstverständlich. Es kommt leider nur allzu häufig
vor, dass Menschen durch innere oder äußere Hindernisse von einer
gelingenden Integration ausgeschlossen werden. Wir wollen uns dafür
einsetzen, solche Hindernisse abzubauen; Ausgrenzung wollen wir
entgegentreten..."
Leistungsangebot "Start up - Wohnen lernen"
Das Konzept bietet in Unterscheidung zum "Betreuten Wohnen" ein spezielles
und differenziertes Angebot im Rahmen der ambulanten Flexiblen
Erziehungs-hilfen in trägereigenen Appartements. Das Angebot richtet sich
an junge Menschen, die noch nicht über ausreichende Ressourcen und soziale
Kompetenzen für eigenverantwortliche Lebensführung verfügen und
bei denen perspektivisch noch unklar ist, ob eine Verselbständigung in
eigenem Wohnraum möglicherweise eine Überforderung darstellt.
Neben den persönlichen Themen des Erwachsenwerdens sind für
die Anforderungen einer selbständigen Lebensführung mit den Themen
Berufsorientierung, Einteilung von Finanzen, Haushaltsführung, Regelung
behördlicher Angelegenheiten, dem Zusammenleben in einer Hausgemeinschaft
usw., oft keine Ressourcen vorhanden. Das Resultat ist häufig
Verschuldung, Verwahrlosung, soziale Isolation, verstärktes
Suchtverhalten, Ausbil-dungsabbruch, Konflikte mit Vermietern und letztlich
Verlust der eigenen Wohnung.
"Start up" ist ein Zwischenschritt in die
Verselbständigung. Wir bieten den jungen Menschen eine Orientierungshilfe.
Mit diesem Projekt wird ein strukturierter Rahmen angeboten, in dem konkrete
Handlungsschritte und elementare Handlungskompetenzen erarbeitet werden. Unter
kontrollierten Bedingungen können sie den Start in die
Selbständigkeit trainieren, der zu einer selbständigen,
existenzsichernden und gesellschaftlich akzeptierten Lebens-führung
hinführen soll.
Zielgruppe
Das Angebot richtet sich an
junge Erwachsene, in Ausnahmefällen an Minderjährige in Absprache mit
dem Jugendamt.
Die Zielgruppe der "Start up"- Maßnahme sind junge Menschen,
- die bisher bei den Sorgeberechtigten (Eltern, Pflegefamilie) leben,
- in einer Einrichtung der Jugendhilfe verweilen,
- in Notunterkünften leben,
- oder obdachlos sind.
"Start up" ist nicht geeignet für junge Menschen die eine grundsätzliche Bereitschaft zur Mitarbeit verweigern, bzw. denen ein Mindestmaß an Motivation und Eigenverantwortlichkeit für die Ziele der Maßnahme fehlt. Klinisch diagnostizierte psychische Behinderungen und massive Abhängigkeiten von Suchtmitteln können durch den Arbeitsansatz von "Start up" nicht ausreichend bearbeitet werden.
Leistungserbringer
DiFa e.V. Sozialpädagogische Kinder-, Jugend - und Familienhilfe Brühler Str. 59, 42657 Solingen
Gesetzliche Grundlagen
§§27 ff. SGB VIII und §41 SGB VIII
"Start up" - die Projektausstattung
Das Projekt "Start up - Wohnen lernen" stellt teilmöblierte trägereigene Appartements für jeweils 2 junge Erwachsene zur Verfügung. Das pädagogische Konzept beinhaltet eine intensive, individuelle Betreuung und Unterstützung durch einen "Start up - Trainer". Ein fester Bestandteil des Konzeptes ist eine regelmäßige Reflexion des eigenen Prozesses und ein intensiver Austausch mit anderen "Start up" - Teilnehmern.
Die individuellen Lernfelder und Ziele werden zu Beginn der Maßnahme herausgearbeitet, in einem Fach- bzw. Hilfeplangespräch besprochen und in einem Betreuungsvertrag festgeschrieben. Klare Vereinbarungen und Regeln für Tagesstruktur, Finanzen, Haushaltsführung, Freizeit und Besuchkontakte werden getroffen und in dem Betreuungsprozess gemeinsam bearbeitet und dokumentiert. Flankierende Maßnahmen wie z.B. Therapie werden verbindlich vereinbart (Lernphase 5 Monate).
Mit Abschluss der Übergangsphase (max. 3 Monate) in einen eigenen Wohnraum wird die Maßnahme als beendet gesehen.
Da das Konzept "Start up" nur in eingeschränkten Maße Kontrolle gewährleisten kann, sind eine angemessene Arbeitsbeziehung und Kooperationsbereitschaft die wichtigsten Grundsätze der Zusammenarbeit. Ist diese Grundlage nicht umsetzbar, muss dies zum Abbruch der Maßnahme führen.
"Start up"- der Prozessverlauf
1. Die Orientierungsphase
Die Teilnahme an dem Projekt "Start up - Wohnen lernen" erfolgt nach Anfrage durch das Jugendamt. In einem Vorstellungsgespräch, an dem der junge Mensch, die fallführende Fachkraft des Jugendamtes, der Koordinator des Trägers sowie der "Start up -Trainer" teilnehmen, wird das Projekt und der neue Lebensraum vorgestellt und in einer vorläufigen Hilfeplanung die anstehenden Aufgaben formuliert.
In der Vorlaufzeit vor dem Einzug (maximal 2 Wochen) werden die Grundlagen für die spätere Zusammenarbeit entwickelt. Eine differenzierte Analyse der Ressourcen und eine Erhebung des Ist- Zustands (Checklisten "Ressourcenselbsteinschätzung" und "Ressourcenbewertung" sowie "Netzwerkanalyse") führen zur Feststellung, ob der junge Erwachsene in das Projekt aufgenommen wird oder ggf. eine andere Hilfeform zielführender wäre. Falls alle Beteiligten eine positive Entscheidung treffen, wird der Aufnahmetermin festgelegt und ein Betreuungsvertrag mit dem Verein DiFa e. V. unterschrieben.
In den ersten 4 Wochen nach dem Einzug, wird die Motivation des/der Klienten/in sorgfältig überprüft und gemeinsam entschieden, ob "Start up" fortgesetzt werden kann.
2. Lernphase
Der Orientierungsphase (2 Wochen Vorlaufzeit, Einzug, 4Wochen) folgt die konkrete Lernhase (5 Monate). Das "Start up" - Konzept sieht vor mit folgenden Inhalten auf drei Ebenen pädagogisch zu agieren und dies mit einer regelmäßigen Auswertung transparent darstellen:
Lernziele
Organisation des täglichen Lebens - "Checkliste - Selbstmanagement"
- Gestaltung des Wohnraums
- Pfleglicher Umgang mit Eigentum
- Führen des Haushaltes, relative Ordnung und Sauberkeit
- Bewusster Umgang mit Ernährung, Gesundheit und Hygiene
Auseinandersetzung mit der Wohn- und Lebenssituation - soziale Integration - "Checkliste - Ressourceneinschätzung und - bewertung"
- Erlernen von Konflikt- und Stressbewältigungsstrategien
- Stabilisierung auf der Alltagsebene
- Soziale Netzwerke, - Freizeitgestaltung
- Tagesstrukturierende Maßnahmen
- Integration in die Hausgemeinschaft
- Erlernen sozialer Regeln und Rollensicherheit, Toleranz
- Identitätsstiftende Erfahrungen/eigene Normen und Werte entwickeln
- Selbständiger Umgang mit Behörden und Schriftverkehr
Klärung persönlicher und beruflicher Perspektive-"Checkliste-Zukunftsplanung"
- Perspektiven entwickeln und umsetzen
- Schul- und Arbeitsmotivation
- ggf. therapeutische Interventionen
- Beziehung und Partnerschaft
3. Die Übergangsphase im eigenen Wohnraum
In dieser Phase wird der junge Mensch in die Selbständigkeit begleitet (max. 3 Monate) und die erarbeiteten Ziele gefestigt. Der "Start up" - Absolvent sollte nun in der Lage sein, dauerhaft und eigen-ständig in eigenem Wohnraum zu leben, persönliche Ziele nachhaltig zu verfolgen und den Alltag routiniert zu bewältigen.
Dies wird bei Erfolg abschliessend durch einem "Start up- Zertifikat" bestätigt.
Personelle Ausstattung des Projektes
Die "Start up - Trainer" sind Diplom- Sozialpädagogen/-arbeiter sowie vergleichbare Fachkräfte mit Zusatzqualifikationen und Berufserfahrung. Die Zusammenarbeit in einer Kompetenzgruppe unterstützt die fachliche Reflexion. Das Fachteam trifft sich regelmäßig zur kollegialen Beratung und Supervision.
Kosten
Die Finanzierung der Betreuung erfolgt im Rahmen vereinbarter Fach-leistungsstunden. Für die Bereithaltung des erforderlichen Wohnraums sowie dessen Instandhaltung wird auf die Fachleistungsstunde ein Projektaufschlag von 8,92 je Stunde berechnet.
Es sind für die Orientierungsphase 8 Std./Woche, für die Lern- und Übergangsphase 6 Std./Woche avisiert worden. Bei geringerem individuellem Betreuungsbedarf wird der Wochenstundenaufwand nach Absprache mit dem JA entsprechend reduziert.
Kontaktadresse Verein DiFa e.V. - Geschäftsstelle Brühlerstr. 59, 42657 Solingen,
Tel.: 0212 / 233 29 30, Email: flex@verein-difa.de
Ansprechpartner: Renate Beyer, Reinhard Köther
"Start up - Prozessverlauf"
| HPG 1 : -
Projektvorstellung - Ist-Stand Erhebung 2 Wo Vorlaufzeit HPG 2 : Ja- Einzug / Lernziele definieren Nein --> andere Hilfen |
Orientierungsphase 6 Wo - 8 Std. / Wo Lernphase 5 Mo - 6 Std. / Wo Übergangsphase 3 Mo - 6 Std. / Wo |
4 Wo. Probezeit bestanden ? nein --> Auszug Wohnen in Start up HPG 3 : Lernziele erreicht - Wohnungssuche |
|
Eigene Wohnung HPG 4 : Verselbständigung erreicht ? ja -Abschlussgespräch / Beendigung |
